Rückenprobleme & Lahmheiten: Welcher Pferde-Experte hilft wann?

Ein weißes Pferd steht gesattelt und gehalftert umgeben von einem Tierarzt, einer Sattlerin und einem Hufschmied

Das komplexe Puzzle der Pferdegesundheit: Welcher Experte hilft bei welchen Problemen?

Pferde sind als Fluchttiere absolute Meister im Verbergen von Schmerzen. In der freien Wildbahn würde ein Pferd, das Schwäche zeigt, schnell einem Raubtier zum Opfer fallen. Dieser Instinkt ist auch in unseren Hauspferden noch tief verankert. Oft äußern sich gesundheitliche Probleme daher zunächst nur durch diffuse Rittigkeitsprobleme: Das Pferd verwirft sich im Genick, der Galopp fühlt sich holprig an oder das Pferd schnappt plötzlich beim Angurten.

Als Besitzer steht man dann oft besorgt und ratlos in der Stallgasse. Das Angebot an Therapien ist riesig: Wen rufe ich jetzt an? Um Zeit, Geld und vor allem Leidensdruck für das Pferd zu sparen, ist es essenziell zu wissen, welcher Experte für welchen Bereich zuständig ist.

Der Tierarzt: Die unverzichtbare Basis

Wenn das Pferd lahm läuft, plötzlich stark abbaut, Fieber hat, apathisch wirkt oder akute Verletzungen zeigt, gibt es keine Diskussion: Der Tierarzt muss her. Er ist als einziger für die medizinische Diagnostik zuständig und verfügt über bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT.

Wichtig: Auch bei unklaren, immer wiederkehrenden Lahmheiten muss immer zuerst der Tierarzt eine strukturelle Verletzung oder Veränderung (z.B. einen Sehnenschaden oder Arthrose) ausschließen. Erst wenn der Tierarzt sein "Go" gibt, sollten andere Therapeuten ans Werk.

Osteopath und Physiotherapeut: Die Meister der Biomechanik

Hat der Tierarzt strukturelle Schäden ausgeschlossen, aber das Pferd läuft immer noch klemmig und unwillig? Oft stecken hartnäckige Rückenprobleme beim Pferd dahinter. Wenn sich das Pferd im Genick festmacht, den Rücken wegdrückt oder den fliegenden Galoppwechsel verweigert, liegen meist muskuläre Verspannungen, Faszienprobleme oder Gelenkblockaden vor.

Viele Besitzer fragen sich dann zu Recht, ob eine Pferdephysiotherapie oder -osteopathie sinnvoll ist. Die Antwort lautet fast immer: Ja, absolut.

  • Der Pferdeosteopath löst Blockaden im Muskel-, Skelett und Faszienbereich mithilfe manueller Technikern und dem Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und den Energiefluss im Körper sowie die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern.
  • Der Pferdephysiotherapeut arbeitet stark an der Wiederherstellung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, löst Verspannungen bspw. durch Dehnübungen, fördert die Durchblutung und gibt dem Reiter gezielte Übungen für den gezielten Muskelaufbau an die Hand.

Die Übergänge sind in der Praxis oft fließend und viele Therapeuten vereinen beide Ansätze in ihren Behandlungen.

Der Sattler: Das kritische Bindeglied

Du kannst den besten Therapeuten der Welt engagieren – wenn der Sattel drückt, kommen die Verspannungen nach drei Wochen gnadenlos zurück. Ein unpassender Sattel kann Nerven abklemmen, auf das Schulterblatt, den Widerrist oder die Wirbelsäule drücken und ist Ursache Nummer eins für Rückenbeschwerden beim Pferd. Ein qualifizierter Sattler überprüft die Passform nicht nur im Stand, sondern auch in der Bewegung, passt die Polsterung sowie ggf. die Kammerweite an und achtet darauf, dass der Schwerpunkt des Sattels den Reiter nicht in eine fehlerhafte Sitzposition zwingt.

Der Pferdedentist (Pferdezahnarzt): Die Zahn-Körper-Verbindung

Das Kiefergelenk ist biomechanisch direkt mit dem Genick und dem restlichen Körper verbunden. Viele Rittigkeitsprobleme (Zähneknirschen, Zungenfehler, gegen das Gebiss gehen) haben ihren Ursprung im Pferdemaul. Die Frage, wann ein Pferdedentist oder ein auf Zähne spezialisierter Tierarzt gerufen werden sollte, ist leicht beantwortet: Mindestens einmal im Jahr zur Routinekontrolle! Scharfe Haken und Kanten an den Backenzähnen, die durch die natürliche Mahlbewegung des Pferdemauls beim Fressen entstehen, verursachen Verletzungen in der Maulschleimhaut. Das ist für das Pferd extrem schmerzhaft und macht jede feine Zügeleinwirkung unmöglich.

 

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Bild: KI-generiert

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